VW T3 Syncroalles über den Allrad-Bus

Kein T3 wird so oft gesucht wie der Syncro. Er ist der Bus, der dahin fährt, wo andere umdrehen, und er ist der T3, für den heute die höchsten Preise gezahlt werden. Dabei war der VW T3 Syncro in Deutschland nie ein Massenmodell: Der größte Teil ging nach Skandinavien, in die Schweiz und nach Österreich.

Hier steht, wie der Allrad funktioniert, was den 16-Zöller ausmacht, welche Motoren es gab, woran du einen echten Syncro erkennst und worauf du beim Kauf achtest.

Roter T3 Syncro auf einem matschigen Waldweg
Allrad aus Graz
KI-generiertes Symbolbild

In Kürze

Der VW T3 Syncro ist die Allradversion des T3, gebaut von 1985 bis 1992 bei Steyr-Daimler-Puch in Graz. Er hat permanenten Allradantrieb mit Visco-Kupplung und einen extra kurzen Geländegang „G". Insgesamt entstanden rund 44.000 Stück, je nach Quelle. Die Spitze der Baureihe ist der Syncro 16″ mit 2.138 Exemplaren.

1985–1992gebaut bei Steyr-Puch in Graz
≈ 44.000Syncros insgesamt, je nach Quelle
2.138Mal der Syncro 16″
3,5 %aller Syncros gingen nach Deutschland

So sieht's im Konfigurator aus

zieh mal, so steht der Syncro da

Gebaut in Graz

Den Syncro baute VW nicht selbst. Die Rohkarossen kamen aus Hannover, Allradtechnik und Fertigstellung übernahm Steyr-Daimler-Puch in Graz. Danach ging der Bus zurück nach Hannover oder direkt zu Westfalia, wenn ein Camper daraus werden sollte.

Vorgestellt wurde der Syncro Anfang 1985, die Quellen nennen Januar oder Februar. In den Handel kam er ab März 1985. Das Ende kam 1992, zusammen mit dem Ende des T3 in Europa.

Ein Detail, das die Preise heute erklärt: Nur 3,5 Prozent aller Syncros gingen nach Deutschland. Finnland bekam mit 20,6 Prozent den größten Anteil, dahinter die Schweiz mit 10,7 und Österreich mit 9,7 Prozent.

T3 mit Standarddach aus dem myT3-Konfigurator
Standard
T3 mit Allrad-Fahrwerk aus dem myT3-Konfigurator
Allrad

So sieht der Unterschied im myT3-Konfigurator aus.

So funktioniert der Allrad im VW T3 Syncro

Der Syncro hat permanenten Allradantrieb. Die Hinterachse wird ständig angetrieben. Wo andere Allradler ein Mitteldifferenzial haben, sitzt beim Syncro eine Visco-Kupplung. Dreht hinten ein Rad durch, schickt sie Kraft nach vorne, ohne dass du etwas schalten musst.

Dazu kommen die Differenzialsperren:

Syncro 14″

Sperre hinten und vorn gegen Aufpreis.

Syncro 16″

Sperre hinten serienmäßig, vorn auf Wunsch.

Und dann ist da das G. Der Syncro hat ein Getriebe mit vier Gängen plus einem extra kurzen Geländegang, ein separates Untersetzungsgetriebe gibt es nicht. Das G steht auf dem Schaltknauf und ist für steile, langsame Passagen gedacht, nicht für die Landstraße.

Die Daten im Vergleich

Radstand

  • 2WD 2.460 mm
  • Syncro 14″ 2.455 mm
  • Syncro 16″ 2.480 mm

Wendekreis

  • 2WD 10,7 m
  • Syncro 14″ 10,9 m
  • Syncro 16″

Tank

  • 2WD 60 l
  • Syncro 14″ 70 l, Kunststoff
  • Syncro 16″ 70 l, Kunststoff

Watttiefe laut ADAC

  • 2WD
  • Syncro 14″ 350 mm
  • Syncro 16″

Bodenfreiheit

  • 2WD
  • Syncro 14″ gut 20 cm
  • Syncro 16″ mehr als 14″

Bei der Bodenfreiheit gehen die Quellen auseinander, je nachdem ob leer oder beladen gemessen wurde. Gut 20 Zentimeter beim 14-Zöller sind die sichere Aussage, beim 16-Zöller ist es mehr. Mehr Maße zum T3 stehen im Artikel zur Länge und Höhe.

Der Syncro 16″

Der 16-Zöller ist der Syncro, den heute alle suchen. Gebaut wurden 2.138 Stück, bis 1992. Er ist mehr als ein Syncro mit größeren Rädern. Laut t3-pedia ist anders:

Fahrwerk

etwa 25 mm längere Hinterachsschwingen, größere Gleichlaufgelenke und massivere Antriebswellen.

Übersetzung

kürzere Achsübersetzung.

Bremsen

größere Bremsen vorn.

Karosserie

verstärkt an B-Säule, Federaufnahmen und Längsträgern.

Optik

Radlaufverbreiterungen, immer mit Schlechtwegepaket und Unterfahrschutz.

Sperre

hinten serienmäßig.

Was fehlt

ABS gab es für den 16-Zöller nicht.

Er wiegt etwa 50 Kilo mehr als der 14-Zöller. Die Radlaufverbreiterungen sind von außen das sicherste Erkennungszeichen.

Roter T3 Syncro auf einer Schotterpiste in den Alpen
Bergauf auf Schotter: genau dafür gibt es den Syncro.

Motoren

Im Syncro gab es diese Motoren:

1,6 l Turbodiesel

  • Leistung 70 PS
  • Anteil 37,6 %

2,1 l Wasserboxer

  • Leistung 95 PS
  • Anteil 32,7 %

1,9 l Wasserboxer

  • Leistung 78 PS
  • Anteil 15,3 %

2,1 l Wasserboxer

  • Leistung 112 PS
  • Anteil 14,4 %

Der Turbodiesel war also der häufigste Syncro-Motor. Daneben gab es Exoten wie den Oettinger-Sechszylinder WBX6, laut AutoBild rund 700 Stück bis 1990.

Woran du einen echten T3 Syncro erkennst

Nicht jeder T3 mit Geländereifen ist ein Syncro. Diese Merkmale helfen:

1.

Tankstutzen hinten rechts. Beim 2WD sitzt er vorne. Das ist der schnellste Check.

2.

Das G auf dem Schaltknauf.

3.

Unterfahrschutz vorne.

4.

Syncro-Schriftzug, je nach Baujahr.

5.

Beim 16-Zöller: die Radlaufverbreiterungen.

Sicher bist du erst mit den Papieren und den M-Codes. Mehr zu den Codes steht im Artikel zu den T3-Modellen.

Karosserien

Den Syncro gab es in fast allen Karosserien. Laut t3-pedia am häufigsten als Bus/Kombi (14.650) und Caravelle (14.334), dazu Doppelkabine (6.849), Kastenwagen (5.848) und Pritsche. Auch Westfalia baute Camper auf Syncro-Basis. Die fertigen Busse gingen dafür direkt von Graz nach Rheda-Wiedenbrück.

Worauf du beim Kauf achtest

Syncrobeule

Am Vorderachsträger rostet es zwischen überlappenden Blechen, bis sich das Blech nach außen drückt. Genau hinschauen.

Rost allgemein

Falze, Scheibenrahmen, Schiebetür und Hinterachsschwingen.

Visco und Sperren

Teuer, wenn sie kaputt sind. Lass dir zeigen, dass die Sperren schalten.

Verspannung

In engen Kurven verspannt der Antriebsstrang spürbar, und die Reifen nutzen sich schneller ab. Das ist Bauart, kein Defekt, sollte aber nicht krachen.

Wasserboxer

Dichtungen am Wassermantel und Zylinderköpfe sind die bekannte Schwäche, wie bei jedem WBX.

Was ein Syncro kostet

Laut AutoBild (Juni 2024) kostet ein Syncro rund 25 Prozent mehr als ein vergleichbarer T3 mit Hinterradantrieb. Echte 16-Zöller beginnen bei etwa 30.000 Euro, gesuchte Doppelkabinen liegen deutlich darüber. Bei so wenigen Fahrzeugen in Deutschland bestimmt am Ende der Zustand den Preis, nicht die Liste.

Fazit

Der VW T3 Syncro ist der T3 mit dem größten Mythos, und er hat ihn sich verdient. Permanenter Allrad mit Visco, das G auf dem Schaltknauf und beim 16-Zöller ein ganzes Paket an verstärkter Technik. Wer einen kaufen will, prüft zuerst den Tankstutzen, dann die Syncrobeule und dann die Sperren.

Und wer seinen Syncro als Motiv will: Im Konfigurator wartet das Allrad-Fahrwerk als eigene Option.

Quellen

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T3 mit Allrad-Fahrwerk aus dem myT3-Konfigurator
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Häufige Fragen

Kurz gefragt.

Wie viele VW T3 Syncro wurden gebaut?

Je nach Quelle zwischen 43.468 und 45.478, also rund 44.000. Davon waren 2.138 Syncro 16″. Gebaut wurde von 1985 bis 1992 bei Steyr-Daimler-Puch in Graz. Nur 3,5 Prozent gingen nach Deutschland, der größte Anteil nach Finnland, in die Schweiz und nach Österreich.

Wie funktioniert der Allrad beim T3 Syncro?

Permanent. Die Hinterachse wird immer angetrieben, eine Visco-Kupplung ersetzt das Mitteldifferenzial und schickt bei Schlupf Kraft nach vorne. Dazu kommen Differenzialsperren und ein extra kurzer Geländegang G statt eines Untersetzungsgetriebes. Schalten musst du für den Allrad nichts. Beim 16-Zöller ist die Sperre hinten serienmäßig.

Was ist der Unterschied zwischen Syncro 14 und 16 Zoll?

Der 16-Zöller hat längere Hinterachsschwingen, größere Gelenke, massivere Wellen, eine kürzere Achsübersetzung, größere Bremsen vorn und eine verstärkte Karosserie. Die Sperre hinten ist serienmäßig. Von außen erkennst du ihn an den Radlaufverbreiterungen. ABS gab es für ihn nicht. Gebaut wurden 2.138 Stück.

Woran erkenne ich einen echten T3 Syncro?

Am schnellsten am Tankstutzen: Beim Syncro sitzt er hinten rechts, beim 2WD vorne. Dazu kommen das G auf dem Schaltknauf, der Unterfahrschutz vorne und beim 16-Zöller die Radlaufverbreiterungen. Sicher bist du erst mit den Papieren und den M-Codes. Das G steht für einen extra kurzen Geländegang.

Welche Motoren gab es im T3 Syncro?

Den 1,6-Liter-Turbodiesel mit 70 PS, den 1,9-Liter-Wasserboxer mit 78 PS und den 2,1-Liter-Wasserboxer mit 95 oder 112 PS. Der Turbodiesel war mit gut 37 Prozent der häufigste Syncro-Motor, knapp vor dem 95-PS-Wasserboxer. Daneben gab es Exoten wie den Oettinger-Sechszylinder, laut AutoBild rund 700 Stück.

Was kostet ein T3 Syncro heute?

Laut AutoBild (Juni 2024) rund ein Viertel mehr als ein vergleichbarer T3 mit Hinterradantrieb. Echte 16-Zöller beginnen bei etwa 30.000 Euro, gesuchte Doppelkabinen liegen deutlich darüber. Weil es so wenige gibt, entscheidet am Ende der Zustand, vor allem Rost und Antrieb.

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