Gebaut in Graz
Den Syncro baute VW nicht selbst. Die Rohkarossen kamen aus Hannover, Allradtechnik und Fertigstellung übernahm Steyr-Daimler-Puch in Graz. Danach ging der Bus zurück nach Hannover oder direkt zu Westfalia, wenn ein Camper daraus werden sollte.
Vorgestellt wurde der Syncro Anfang 1985, die Quellen nennen Januar oder Februar. In den Handel kam er ab März 1985. Das Ende kam 1992, zusammen mit dem Ende des T3 in Europa.
Ein Detail, das die Preise heute erklärt: Nur 3,5 Prozent aller Syncros gingen nach Deutschland. Finnland bekam mit 20,6 Prozent den größten Anteil, dahinter die Schweiz mit 10,7 und Österreich mit 9,7 Prozent.
So sieht der Unterschied im myT3-Konfigurator aus.
So funktioniert der Allrad im VW T3 Syncro
Der Syncro hat permanenten Allradantrieb. Die Hinterachse wird ständig angetrieben. Wo andere Allradler ein Mitteldifferenzial haben, sitzt beim Syncro eine Visco-Kupplung. Dreht hinten ein Rad durch, schickt sie Kraft nach vorne, ohne dass du etwas schalten musst.
Dazu kommen die Differenzialsperren:
Syncro 14″
Sperre hinten und vorn gegen Aufpreis.
Syncro 16″
Sperre hinten serienmäßig, vorn auf Wunsch.
Und dann ist da das G. Der Syncro hat ein Getriebe mit vier Gängen plus einem extra kurzen Geländegang, ein separates Untersetzungsgetriebe gibt es nicht. Das G steht auf dem Schaltknauf und ist für steile, langsame Passagen gedacht, nicht für die Landstraße.
Die Daten im Vergleich
Radstand
- 2WD 2.460 mm
- Syncro 14″ 2.455 mm
- Syncro 16″ 2.480 mm
Wendekreis
- 2WD 10,7 m
- Syncro 14″ 10,9 m
- Syncro 16″
Tank
- 2WD 60 l
- Syncro 14″ 70 l, Kunststoff
- Syncro 16″ 70 l, Kunststoff
Watttiefe laut ADAC
- 2WD
- Syncro 14″ 350 mm
- Syncro 16″
Bodenfreiheit
- 2WD
- Syncro 14″ gut 20 cm
- Syncro 16″ mehr als 14″
Bei der Bodenfreiheit gehen die Quellen auseinander, je nachdem ob leer oder beladen gemessen wurde. Gut 20 Zentimeter beim 14-Zöller sind die sichere Aussage, beim 16-Zöller ist es mehr. Mehr Maße zum T3 stehen im Artikel zur Länge und Höhe.
Der Syncro 16″
Der 16-Zöller ist der Syncro, den heute alle suchen. Gebaut wurden 2.138 Stück, bis 1992. Er ist mehr als ein Syncro mit größeren Rädern. Laut t3-pedia ist anders:
Fahrwerk
etwa 25 mm längere Hinterachsschwingen, größere Gleichlaufgelenke und massivere Antriebswellen.
Übersetzung
kürzere Achsübersetzung.
Bremsen
größere Bremsen vorn.
Karosserie
verstärkt an B-Säule, Federaufnahmen und Längsträgern.
Optik
Radlaufverbreiterungen, immer mit Schlechtwegepaket und Unterfahrschutz.
Sperre
hinten serienmäßig.
Was fehlt
ABS gab es für den 16-Zöller nicht.
Er wiegt etwa 50 Kilo mehr als der 14-Zöller. Die Radlaufverbreiterungen sind von außen das sicherste Erkennungszeichen.
Motoren
Im Syncro gab es diese Motoren:
1,6 l Turbodiesel
- Leistung 70 PS
- Anteil 37,6 %
2,1 l Wasserboxer
- Leistung 95 PS
- Anteil 32,7 %
1,9 l Wasserboxer
- Leistung 78 PS
- Anteil 15,3 %
2,1 l Wasserboxer
- Leistung 112 PS
- Anteil 14,4 %
Der Turbodiesel war also der häufigste Syncro-Motor. Daneben gab es Exoten wie den Oettinger-Sechszylinder WBX6, laut AutoBild rund 700 Stück bis 1990.
Woran du einen echten T3 Syncro erkennst
Nicht jeder T3 mit Geländereifen ist ein Syncro. Diese Merkmale helfen:
1.
Tankstutzen hinten rechts. Beim 2WD sitzt er vorne. Das ist der schnellste Check.
2.
Das G auf dem Schaltknauf.
3.
Unterfahrschutz vorne.
4.
Syncro-Schriftzug, je nach Baujahr.
5.
Beim 16-Zöller: die Radlaufverbreiterungen.
Sicher bist du erst mit den Papieren und den M-Codes. Mehr zu den Codes steht im Artikel zu den T3-Modellen.
Karosserien
Den Syncro gab es in fast allen Karosserien. Laut t3-pedia am häufigsten als Bus/Kombi (14.650) und Caravelle (14.334), dazu Doppelkabine (6.849), Kastenwagen (5.848) und Pritsche. Auch Westfalia baute Camper auf Syncro-Basis. Die fertigen Busse gingen dafür direkt von Graz nach Rheda-Wiedenbrück.
Worauf du beim Kauf achtest
Syncrobeule
Am Vorderachsträger rostet es zwischen überlappenden Blechen, bis sich das Blech nach außen drückt. Genau hinschauen.
Rost allgemein
Falze, Scheibenrahmen, Schiebetür und Hinterachsschwingen.
Visco und Sperren
Teuer, wenn sie kaputt sind. Lass dir zeigen, dass die Sperren schalten.
Verspannung
In engen Kurven verspannt der Antriebsstrang spürbar, und die Reifen nutzen sich schneller ab. Das ist Bauart, kein Defekt, sollte aber nicht krachen.
Wasserboxer
Dichtungen am Wassermantel und Zylinderköpfe sind die bekannte Schwäche, wie bei jedem WBX.
Was ein Syncro kostet
Laut AutoBild (Juni 2024) kostet ein Syncro rund 25 Prozent mehr als ein vergleichbarer T3 mit Hinterradantrieb. Echte 16-Zöller beginnen bei etwa 30.000 Euro, gesuchte Doppelkabinen liegen deutlich darüber. Bei so wenigen Fahrzeugen in Deutschland bestimmt am Ende der Zustand den Preis, nicht die Liste.
Fazit
Der VW T3 Syncro ist der T3 mit dem größten Mythos, und er hat ihn sich verdient. Permanenter Allrad mit Visco, das G auf dem Schaltknauf und beim 16-Zöller ein ganzes Paket an verstärkter Technik. Wer einen kaufen will, prüft zuerst den Tankstutzen, dann die Syncrobeule und dann die Sperren.
Und wer seinen Syncro als Motiv will: Im Konfigurator wartet das Allrad-Fahrwerk als eigene Option.
Quellen
- t3-pedia: Datenvergleich Syncro versus 2WD (Bodenfreiheit, Watttiefe je Motor)
- t3-pedia: Unterschied 14″ und 16″ Syncro (Technik 16-Zöller)
- t3-pedia: Produktionszahlen T3 Syncro (Stückzahlen, Länder, Motoren, Karosserien)
- t3-pedia: Syncrobeule
- Wikipedia: VW T3 (Bauzeit, Stückzahl, Graz, Tank)
- ADAC Autokatalog: T3 Syncro (Radstand, Wendekreis, Watttiefe)
- autozeitung: VW T3 Syncro (Marktstart, Visco, Fertigung)
- automobile.at: T3 Syncro (Sperren)
- AutoBild: VW T3 Syncro Test (2024) (Preise, Rost, Oettinger)
- AutoBild: Erlebnisse im VW T3 (2004) (Verspannung)