Runde T3 Scheinwerfer: Bilux oder H4
Der Standard-T3 hat zwei runde Scheinwerfer mit 7 Zoll Durchmesser. Darin steckt eine von zwei Lampen:
Bilux (R2) mit 45/40 Watt, die einfache Serienausstattung.
H4 mit 60/55 Watt, gegen Aufpreis (Code M551) und beim Caravelle GL serienmäßig.
Wer heute einen T3 mit Bilux fährt, merkt den Unterschied nachts deutlich. Für die LED-Frage ist das wichtig, dazu gleich mehr.
So sieht der Unterschied im myT3-Konfigurator aus.
Eckige Scheinwerfer: vier statt zwei
Die eckigen Scheinwerfer sind beim T3 immer Doppelscheinwerfer, also vier Stück:
Außen sitzt ein rechteckiger H4-Scheinwerfer für Abblend- und Fernlicht.
Innen sitzt ein zusätzlicher Fernscheinwerfer mit H3-Lampe, 55 Watt.
Das innere Fernlicht ist übrigens baugleich mit dem des Scirocco 2.
Vier runde Scheinwerfer ab Werk gab es nur bei einem T3: dem aus Südafrika.
Rund oder eckig: eine Frage der Ausstattung
Hier liegt ein verbreiteter Irrtum. Die eckigen Scheinwerfer sagen nichts über das Baujahr, sondern über die Ausstattung. Mehr dazu im Artikel zu den T3-Baujahren.
Caravelle Carat (ab 1983)
eckige Doppelscheinwerfer serienmäßig.
Andere T3
eckige Scheinwerfer als Mehrausstattung, zum Beispiel unter dem Code M984 („Rechteckscheinwerfer H3/H4 wie Carat“) oder im Carat-Stylingpaket.
Sondermodelle
Auch Bluestar, Whitestar, TriStar und Magnum hatten eckige Doppelscheinwerfer.
Warum VW die eckigen Scheinwerfer eingeführt hat, ob für die Optik oder für mehr Licht, ist in keiner Quelle belegt. Sicher ist nur: Sie gehörten zum Oberklasse-Auftritt des Carat und wanderten von dort in die Aufpreisliste.
Ein Detail am Rand: Ab Dezember 1990 bekam der T3 eine Leuchtweitenregelung.
Der T3 aus Südafrika
In Südafrika wurde der T3 bis 2002 gebaut, mit einer eigenen Front. Sie hat vier runde Scheinwerfer, außen die normalen 7-Zöller und innen je ein kleineres Fernlicht, dazu einen durchgehenden unteren Grill mit eingebauten Blinkern. Ab 1999 waren die Blinkergläser getönt statt orange. Diese Kombination gab es sonst nirgends. Scheinwerfer und Grill in der Südafrika-Version sind im Konfigurator eine eigene Option.
LED-Lampen für T3 Scheinwerfer: was erlaubt ist
Scheinwerfer und Lampen brauchen in Deutschland eine genehmigte Bauart mit Prüfzeichen. Eine LED-Lampe ist deshalb nur erlaubt, wenn sie eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABG) hat und für genau deinen Scheinwerfer freigegeben ist.
Die gute Nachricht: Der T3 ist freigegeben. Sowohl Philips (Ultinon Pro6000 H4, Liste Stand 12/2025) als auch Osram (Night Breaker LED, Liste Stand 07/2026) führen den T3. Entscheidend ist die Prüfnummer auf dem Scheinwerferglas:
Hella rund (H4)
- Prüfnummer E1 14551
- Philips ja
- Osram ja
Bosch rund (H4)
- Prüfnummer E1 14565
- Philips ja
- Osram nein
Hella eckig, „Breitband" (H4)
- Prüfnummer E1 34482 / 34483
- Philips ja
- Osram ja
Was das in der Praxis heißt:
Nur H4
Für Bilux-Scheinwerfer (R2) und für das innere H3-Fernlicht der eckigen Scheinwerfer gibt es keine Freigabe.
Nur Originale
Nachbau-Scheinwerfer haben andere Prüfnummern und sind nicht gedeckt.
Liste mitführen
ADAC und TÜV SÜD empfehlen, die Freigabeliste im Auto zu haben.
Licht einstellen
Nach dem Tausch die Scheinwerfer neu einstellen lassen.
Aktuell prüfen
Die Listen ändern sich. Vor dem Kauf die neueste Version und die Prüfnummer am eigenen Glas checken.
Ohne passende Freigabe kann laut ADAC die Betriebserlaubnis erlöschen.
LED und H-Kennzeichen
Hier gibt es eine klare Aussage. Laut TÜV SÜD (November 2025) sind LED-Lampen mit ABG im Original-Scheinwerfer für das H-Kennzeichen kein Problem. Die Lampe gilt als Verschleißteil, nicht als prägendes Bauteil, und es spielt keine Rolle, ob sie zeitgenössisch ist. Laut auto motor und sport sehen das DEKRA und KÜS genauso.
Anders bei kompletten LED-Scheinwerfern, etwa mit Klarglas und Linse. Sie verändern das Erscheinungsbild deutlich. Das H-Kennzeichen bleibt dann nur, wenn der Umbau nachweislich zeitgenössisch ist. Wer so etwas plant, klärt es vorher mit der Prüforganisation.
Schwarze und getönte Scheinwerfer: was erlaubt ist
Hier kommt es darauf an, wie der Scheinwerfer schwarz wurde.
Erlaubt: schwarz ab Hersteller, mit Prüfzeichen. Für den T3 gibt es Scheinwerfer, die vom Hersteller schwarz gebaut und genau so genehmigt sind. Ein Beispiel sind eckige Doppelscheinwerfer in Schwarz für den T3 von AM Carparts, laut Händler „eintragungsfrei mit E-Prüfzeichen“, für H4 und H3 (rund 350 Euro, Stand Oktober 2026). Runde 7-Zoll-Scheinwerfer gibt es ebenfalls schwarz, zum Beispiel mit Rauchglas und E-Prüfzeichen bei GE-MA Classics (69,95 Euro, Stand Oktober 2026). Solche Scheinwerfer sind eine genehmigte Bauart. Du baust sie ein wie die Originale, eintragen musst du nichts. Das Prüfzeichen steht auf dem Glas, dort schaust du vor dem Kauf nach.
Verboten: nachträglich tönen. Folie, Tönungsspray oder Lack auf einen klaren Scheinwerfer sind nicht erlaubt. Die Straßenverkehrsordnung sagt, Beleuchtung darf nicht verdeckt sein. TÜV Rheinland stellt klar, dass Scheinwerfer nach der Genehmigung nicht verändert werden dürfen, auch nicht innen lackiert. DEKRA und ADAC sagen dasselbe über Folien. Laut ADAC kostet ein mit Folie beklebter Scheinwerfer ab 20 Euro Bußgeld, und die Betriebserlaubnis steht auf dem Spiel.
Zwei Dinge solltest du bei schwarzen Nachbau-Scheinwerfern im Blick haben:
LED
Sie haben eine andere Prüfnummer als die Originale. Die LED-Freigaben von oben gelten dann meist nicht, du fährst also Halogen.
H-Kennzeichen
Ein schwarzer Scheinwerfer verändert das Gesicht des Busses. Ob der Prüfer das als zeitgenössisch durchgehen lässt, klärst du vorher.
Und ausprobieren, wie dein T3 mit dunklen Scheinwerfern aussieht, kannst du im Konfigurator mit dem Schalter „abdunkeln“, bei runden wie bei eckigen Scheinwerfern.
Nebelscheinwerfer nachrüsten
Ab Werk gab es Nebelscheinwerfer als Mehrausstattung und im Schlechtwetterpaket. Wer nachrüstet, muss laut StVZO beachten:
- höchstens zwei Stück, weiß oder hellgelb, mit Prüfzeichen,
- nicht höher als das Abblendlicht,
- einstellbar und blendfrei.
Fazit
Rund oder eckig ist beim T3 eine Frage der Ausstattung, nicht des Baujahrs: zwei runde 7-Zöller oder vier eckige Doppelscheinwerfer wie beim Carat. LED ist heute kein Tabu mehr: Mit ABG-Lampe im Original-H4-Scheinwerfer ist sie erlaubt, auch mit H-Kennzeichen. Schwarze Scheinwerfer gehen, wenn sie mit Prüfzeichen so gebaut sind. Nur nachträglich tönen bleibt verboten.
Quellen
- t3-pedia: Leuchtmittel (Bilux/H4, Doppelscheinwerfer, Prüfnummern, Nachbauten)
- t3-pedia: Mehrausstattungen (M551, M984, W75, Nebelscheinwerfer)
- t3-pedia: Modellgeschichte des T3 (1983 Doppelscheinwerfer, Leuchtweitenregelung)
- Wikipedia: VW T3 (Carat, Sondermodelle, Südafrika)
- Wikipedia (en): Volkswagen Type 2 (T3) (Südafrika-Front)
- t3-infos: FAQ (Südafrika-Rundscheinwerfergrill, Fernlicht aus dem Golf 2)
- AK-Tuning: eckige Doppelscheinwerfer schwarz (AM Carparts), GE-MA Classics: Scheinwerfer H4 rund (schwarz, Rauchglas, abgerufen 16.10.2026)
- Philips: Kompatibilitätsliste Ultinon Pro6000 H4 (12/2025)
- Osram: Kompatibilitätsliste Night Breaker LED (07/2026)
- ADAC: LED-Retrofits (01/2026)
- TÜV SÜD in Auto Service Praxis 11/2025 (LED und H-Kennzeichen)
- auto motor und sport: LED nachrüsten bei Oldtimern
- § 22a StVZO, § 49a StVZO, § 52 StVZO, § 17 StVO
- TÜV Rheinland: Tuning, rechtliche Vorgaben, DEKRA Ratgeber Licht (09/2025), ADAC: Auto folieren